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die Erzählung meiner Mutter


Meine Eltern haben vor dem zweiten Weltkrieg in der Umgebung von Poznan gewohnt. Mein Vater hatte dort eine Drogerie. Leider ist es mit dem Geschäft bergab gegangen und so haben meine Eltern schließlich beschlossen, nach Gdingen umzuziehen. In dieser Stadt gab es damals, wegen des Hafen Neubaus, viele Möglichkeiten sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und in der Tat hat meine Mutter in Gdingen (Gdynia) sehr schnell einen Arbeitsplatz am Hafen gefunden. Auch mein Vater hat bald eine feste Anstellung in einer Drogerie bekommen. Wir wohnten damals in einem sehr schönen Haus und mein Vater hat dann bald auch seine Eltern nach Gdingen nachgeholt. In Pommern wohnte damals schon der Bruder meines Vater. Er war mit einer Deutschen verheiratet. Sie wohnten unserem Haus gegenüber. Das waren meine Tante und mein Onkel. Mein Onkel heißt "Wit", meine Tante "Helena". Sie wiederum hatten zwei Kinder genannt "Karol" und "Danuta".

Verrat


Am 1.09.1939 wurde Polen von Deutschland überfallen.. Die deutschen Truppen sind auch sehr bald in den Hafen von Gdingen gekommen. An der Spitze des Zuges ging ein Herr Wiszniewski, der vor dem Weltkrieg ein echter Pole war. Doch dieses Mal trug er eine deutsche Uniform. Den Angestellten in dem Hafen erstarrte vor Schreck das Blut in den Adern. Der Verräter Wiszniewski hat viele Polen an die Deutschen ausgeliefert und er hat den Deutschen auch die Geheimnisse des Hafens verraten. Mein Onkel hat dann damals auch die Volksliste unterschrieben und wurde in der Folge deshalb von seinen Angehörigen verstoßen. Mein Onkel Wit und meine Tante Helena haben darauf hin Begegnungen mit uns, wo immer es ging, vermieden.

Im Krieg


Eines Tages kam der Vater nicht mehr von der Arbeit nach Hause. Er war als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht worden. Verzweiflung! Nun waren wir, meine Mutter, meine Großeltern und ich alleine in der Wohnung. Anfangs bekamen wir vom Vater noch einige Briefe aus Deutschland, aber die Verbindung zu ihm hat dann bald aufgehört und die Spur von meinem Vater hat sich verloren. Meine Mutter arbeitete immer noch im Hafen. Sie hatte noch in Poznan eine deutsche Schule besucht und sprach und schrieb daher schon damals sehr gut deutsch. Sie war nicht zuletzt deshalb als Angestellte sehr geschätzt. Es erreichten uns damals immer noch aktuelle Nachrichten und Meldungen von der Front und so wurde uns schon langsam klar, dass die Herrschaft der Deutschen über Polen bald zu Ende gehen würde. Dennoch war meine Mutter ganz überrascht, als eines Tages auf der Schwelle unserer Wohnungstüre mein Onkel stand. Er hat geweint. In der Türe stand also der, der uns seit langem auf der Straße nicht mehr zu kennen schien und weinte. Nach einem Augenblick wandte er sich an meine Mutter. " Liebe Stanislawa, ich wurde zu den Waffen gerufen. Ich muss als deutscher Soldat an die Ostfront gehen. Ich komme sicher nie mehr nach Hause zurück. Ich flehe dich an, dass du meine Familie beschützen wirst, wenn die Russen kommen werden." "Ich weiß nicht, lieber Wit, was die Zukunft uns bringt aber ich verspreche dir, dass ich alles mir mögliche tun werde um deine Familie zu schützen", antwortete meine Mutter.

Befreiung


In der Tat, nachdem die Russen gekommen waren, sorgte meine Mutter wie versprochen für die Familie meines Onkels. Sie sind sogar zu uns in die Wohnung umgezogen. Tante "Hela" (Helena) sprach kein Polnisch und sie hatte ihre Kennkarte vernichtet. In der Wohnung wohnten also meine Mutter, meine Großeltern, Tante Hela mit ihren zwei Kindern und ich. Eines Tages klopfte es. Es war eine russische Patrouille. Sie wollten die Ausweise sehen. Sie wandten endlich an Tante Hela. Sie schwieg. "Bist du stumm ?"- fragte ein Leutnant. "Ach so, du bist eine Deutsche! Du gehst mit uns und du - er wandte sich dabei an meine Mutter- kommst auch mit uns! Du hast eine Deutsche geschützt und du wirst dafür bestraft werden!" Am nächsten Tag ging dann mein Großvater zur Polizeiwache (damals: Milizwache) und er bat die Polizei, die beiden Frauen frei zu lassen. Aber er durfte schließlich nur meine Mutter mit nach Hause nehmen. Meine Tante kam dann erst in die Nacht, etliche Stunden später frei. Sie musste mithelfen Leichen aus der Stadt wegschaffen. Dieses Szenario wiederholte sich nun immer öfter: Die Polizei im Haus, Verhaftung beider Frauen, Freilassung meiner Mutter und verzögerte Rückkehr meiner Tante. Irgendwann sagte meine Mutter dann einmal zu meiner Tante, dass sie mit den Kinder doch nach Deutschland fahren solle. "Ich schaffe es nicht mehr, Dich und Deine Kinder weiter schützen. Ich kann den Haushalt so nicht weiter führen. Wir sind beide in großer Gefahr. Wir wissen auch nichts über das Schicksal unserer Männer." Und so ist Tante Hela mit ihren Kinder schließlich doch nach Deutschland gefahren.

Rückkehr


Ich habe dieses Bild noch heute ganz genau vor meinen Augen: Ich spielte gerade auf dem Hof, als ich plötzlich meinen Onkel Wit am Eingang gesehen habe. Er war im Lumpen gehüllt und er war schrecklich verschwollen. "Und wo ist mein Vater? " - Aber leider - niemand konnte mir diese Frage beantworten. Der Onkel ist dann ziemlich schnell nach Slupsk gekommen. Er wurde von Herrn Smiechowski dorthin mitgenommen. Herr Smiechowski gehörte zur Familie des Onkels. Herr Smiechowski ist dann Direktor der Gasanstalt in Slupsk geworden. Wir blieben also wieder allein. Es war für uns damals eine sehr harte Zeit und so haben wir schließlich den Vorschlag von Herrn Smiechowski mit Freuden angenommen, dass auch wir nach Slupsk übersiedeln sollten. Wir wohnten dann schon einige Zeit in Slupsk, als am Heiligabend, am 24.12.1946, jemand bei uns an die Tür klopfte. Auf der Schwelle stand ein Mann, in der Uniform der Alliierten. Es war.. Ja, es war wirklich ... mein lieber Vater. Der Weihnachtsmann hatte mir meinen Vater wieder gebracht! Er war gesund und lachte zu mir. Mein Gott, wenn man bedenkt: da hatten also die beiden Brüder jeweils für die andere Seite letztlich gegeneinander gekämpft. Bald kam auch die Tante Hela mit den Kindern nach Slupsk zurück und wir waren wieder alle zusammen und wie es schien, war es wieder fast so, wie es auch vor dem schrecklichen Krieg gewesen war. Aber es war für mich doch nie wieder genau so, wie es vor dem Krieg gewesen war. Die seelischen Wunden, die der Krieg an mir verursacht hatte sind erst nach vielen Jahren und mit meinem zunehmenden Alter allmählich vernarbt.
p.s. Diese wahre Geschichte wurde von mir dem Sohn der Erzählerin aufgeschrieben und ins Deutsche übertragen. Meine Mutter lebt noch in Slupsk und auch Karol, der Sohn des Onkels meiner Mutter lebt noch in Deutschland. Leider ist aber inzwischen die Mehrzahl der Personen der Geschichte verstorben. Sie haben uns verlassen. Ich will Ihnen hiermit symbolisch eine Kerze entzünden. Sie waren doch außergewöhnliche Menschen. Slupsk im Februar 2003 Janusz Wasik


Erstellungsdatum : 18/10/2004 @ 14:11
Letzte Änderung am : 09/07/2005 @ 12:02
Kategorie :
Seite gelesen 14333 Male


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react.gifReaktionen auf diesen Artikel


Reaktion #3 

von GerdStange am 01/09/2005 @ 10:42

Hallo Herr Janusz Wasik,

ihre Geschichte "Meine Mutter erzählt" hat mich tief berührt. Ich werde heute am 1.09.2005 zu einer Gedenkveranstaltung/Weiße Rose/Literarischer Garten u.a. die Geschichte Ihrer Mutter verlesen.

Mit lieben Grüßen Gerd Stange www.gerdstange.de


Reaktion #2 

von Wojtek am 26/07/2005 @ 23:17

Incjatywa podjêta przez Pana s³u¿y dobrej sprawie i bardzo jestem rad z tego, ¿e przeczyta³em tê historiê. Jest jedn± z wielu. ale trzeba o nich pisaæ i dyskutowaæ na stronach Internetu. Otrzymali¶my wielki dar od wspóczesnej techniki i nale¿y go godnie wykorzystaæ do przedstawiania problemów, które nurtuj± jeszcze wielu Polaków i Niemców. My¶lê, ¿e krocz±c t± drog± mo¿na du¿o wiêcej osi±gn±æ ni¿ osi±gniêto do tej pory. Pozdrawiam Wojtek !


Reaktion #1 

von Horst am 13/11/2004 @ 19:18

Lieber Janusz!
Wie ich die URL deiner Homepage fand, weiss ich nicht mehr. Aber eines weiss ich: Es ist die beste HP, die ich aus dem
schönen Polen kenne! Und das ist kein Scherz.
Deine Erzählungen-privat- haben mich sehr beeindruckt, ich weiss, worüber ich rede, nämlich über die gleiche Stadt Slupsk/Stolp, in der ich vor 70 Jahren geboren wurde.
Deine Heimat war einmal meine Heimat. Das klingt seltsam, nicht? Aber ich freue mich, dass die polnischen Schwestern und Brüder diese Stadt wieder zum Leben erweckten! (Ich habe seit 1946 nie wieder die Gelegenheit gehabt, dorthin zu fahren.)
Schön, dass es Menschen wie dich gibt, und dass wir alle in einem Europa des Friedens leben wollen. Dafür sei Gott gedankt...
Ich grüsse dich zum Sonntag
mit Hochachtung-
Horst~~~

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